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Malteser St. Ingbert

Bericht in der Saabrücker Zeitung: Weil Nähe und Hilfe zählen

17.08.2018
Die Arbeit „ist nie einseitig“, erzählt Sabine Grimm (rechts) beim Pressetermin in der Malteser-Dienststelle in der Ludwigstraße und Sabine Kayser stimmt ihr zu. Quelle: Saarbrücker Zeitung, Selina Summer

Sie sind Ansprechpartner und Begleiter, Ausbilder und Zuhörer. Für Hilfsbedürftige, Senioren, Einsame oder Kranke. Eine Gemeinschaft, die sich gerne engagiert: Die Malteser.

Insgesamt 50 Leute gehören zur Malteser-Gruppe in St. Ingbert. Bis auf Leiterin Sabine Kayser sind sie allesamt Ehrenamtler. Der älteste von ihnen ist bereits 80, eine der jüngsten 19 Jahre alt. Gemeinsam zeigen sie soziales Engagement auf einem breit gefächerten Gebiet und sind immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern. „50 Leute klingt sehr viel“, sagte die Stadtbeauftragte Sabine Grimm beim Pressegespräch in der Dienststelle. „Aber für das, was wir leisten, sind es eigentlich noch zu wenige.“

Denn zu den Aufgaben der Hilfsorganisation zählt nicht nur der weithin bekannte Sanitätsdienst, mit dem sie auf allen möglichen Festivitäten und Veranstaltungen vertreten sind. Diesen bieten sie übrigens auch an den St. Ingberter Gymnasien an und bilden dort die Schulsanitäter aus. Allgemein gehört die Jungendarbeit als eines der Standbeine dazu. In der Dienststelle finden außerdem regelmäßig Erste Hilfe-Kurse statt, die man zum Erwerb des Führerscheins benötigt.

Die Räumlichkeiten in der Ludwigstraße haben die St. Ingberter Malteser erst 2015 bezogen. Seit 2009 waren sie in St. Pirmin untergebracht, doch die Nähe zum Zentrum und die Möglichkeit einer behindertengerechten Einrichtung zog sie in die Innenstadt. Denn der Altbau mit der heimeligen Atmosphäre ist mehr als nur der Verwaltungssitz. Hier treffen sich die unterschiedlichen Gruppen, es werden Schulungen und Vorträge gehalten und Veranstaltungen durchgeführt. Darunter das Seniorencafé für Alleinstehende, das im Wechsel mit dem Spiele-Nachmittag einmal pro Woche stattfindet. Jeder der möchte, kann daran teilnehmen. Gemeinsam wird in gemütlicher Runde Zeit miteinander verbracht, sich unterhalten und ausgetauscht. Eine ideale Möglichkeit, mal wieder vor die Tür zu kommen, Abwechslung zu erleben oder Freunde und Bekannte zu treffen. Wer gerne mit Farben experimentiert, kann seine künstlerische Ader bei der Aktion „Malen und Gestalten“ verwirklichen, die gemeinsam mit der KEB, der katholischen Erwachsenen Bildung, stattfindet. Der anmeldepflichtige Kurs unter Anleitung einer Mal- und Gestalttherapeutin startet im Herbst dieses Jahres neu. Die Werke, die dort in den vergangenen Runden entstanden sind, schmücken aktuell die Wände der Dienststelle.

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit der KEB wird das „Tanzen im Sitzen“ organisiert. Dabei bekommen Menschen mit körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit sich zu Musik zu bewegen. Gedächtnis, Koordination, Konzentration und Reaktion werden geschult. Außerdem trainieren die Choreographien die Beweglichkeit. „Es ist erstaunlich, wie schnell die Gruppen die komplexen Abläufe lernen“, erzählt Kayser.

Ein weiteres Angebot ist das Café Malta, zu dem an jedem Donnerstag um 15 Uhr geladen wird. Hier gibt es sogar einen Fahrdienst, denn das Café ist speziell auf Demenzpatienten ausgelegt. Die ausgebildeten Demenzbegleiter gestalten den Nachmittag ganz nach den Bedürfnissen ihrer Gäste. Dazu gehören Singen, Gedächtnistraining oder Sitzgymnastik genauso wie gemeinsames Lesen und die Herstellung von Butter oder Marmelade.

Aus den Cafés entstand schließlich der Besuchs- und Begleitdienst. Denn man kann nicht nur zu den Maltesern kommen: Sie kommen auch nach Hause. „Niemand sollte viel alleine sein und oft haben die Familien nicht genug Zeit oder sind zu weit weg“, berichtete Grimm. Das können nette Gespräche sein, einen Spaziergang oder ein Mittag im Café. Seit kurzem ist der Begleitdienst außerdem auf den Hund gekommen: Helfer mit einem vierbeinigen Familienmitglied konnten die Begleithundeprüfung ablegen und sind nun mit tierischer Unterstützung unterwegs.

Wer nicht mehr mobil ist, kann übrigens den Fahrdienst nutzen, der von März bis Oktober regelmäßig Fahrten zum Friedhof, zum Mittagstisch sowie Ausflüge in der näheren Umgebung anbietet. Kurzum: die Helfer stehen zur Seite. Das gilt genauso in schwierigen Lebenslagen. Etwa, wenn Demenzkranke zu Hause betreut werden müssen, entlasten sie pflegende Angehörige und greifen unter die Arme. Die Demenzbegleiter haben es mit ihrer Arbeit bis ins St. Ingberter Kreiskrankenhaus geschafft. Dort sind die zertifizierten Kräfte aktuell zweimal, bald dreimal pro Woche vor Ort, um zu unterstützen. „Unsere Arbeit ist nie einseitig“, berichtet Grimm. „Man macht den Menschen ein tolles Geschenk und nimmt viele Geschichten und viel Wissen mit.“ Kayser stimmt ihr zu: „Es ist immer spannend zu hören, wenn die Leute von früher erzählen und ihre Geschichten teilen.“

Quelle: Saarbrücker Zeitung, 17. August 2018

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